· 

Vision 12: 8. Serbien

SERBIEN

Sasa Kovačević

"Prevarena"

 

Sasa Kovačević ist ein 34-jähriger erfolgreicher serbischer Folk-Pop-Sänger.

Er besuchte die Musikschule Kosta Manojlović mit Schwerpunkt Klavier und die Akademie der bildenden Künste, eine private Institution der Alpha-Universität in Belgrad, im Bereich Aufnahmetechnik und Tonbearbeitung. Zusammen mit seinem Bruder Radet unterhält er ein Musikstudio. Seinen ersten Auftritt hatte er 2004 auf dem Festival Sunčane skale mit der Single "Pakao i raj", der er seine Popularität zu verdanken hat.

 

2005 trat er beim Radio Festival mit dem Song "Korak do dna" auf und veröffentlichte den Song "Jedina si vredela". 2006 veröffentlichte er den Song "Ruka za spas", der auch sein CD-Debüt ankündigte und zum Hit des Jahres 2006 in Serbien erklärt wurde. Im folgenden Jahr erhielt er ebenso den Preis für die Entdeckung des Jahres, gefolgt von den Melos Estrada Awards, als Popsänger des Jahres. Zudem gewann er den 2. Platz beim Vrnjacka Banja Musikfestival mit dem Lied "Lazu te" und gewann das Radio Festivals mit dem Song "Bolji covek".

Ende 2008 erschien mit Emin Jahovic sein erstes Duett mit dem Titel "Još ti se nadam", für das er neben der Auszeichnung für den Sänger des Jahres ebenfalls ausgezeichnet wurde.

 

Sein 2. und bisher letztes Album folgte 2010 unter dem Namen "Ornament", seitdem veröffentlicht er weiterhin Songs auf seinem YouTube-Kanal die mehrere millionenfach aufgerufen werden.

Das aufwendig produzierte Video von "Prevarena" zählt auch schon über 22 Millionen Aufrufe.

Sasa, der in seinen aufwendigen Videos gern mal zeigt, dass er viel Sport treibt, springt in seinen letzten Veröffentlichungen munter zwischen Popmusik und Folklore hin und her, sein letztes "Prevarena" kann aber ohne Zweifel wieder der Balkanfolklore zugeschrieben werden. 

 

In dem Lied rechnet er mit seiner Ex ab, die ihn anscheinend eines anderen wegen verlassen hat. "Wenn du eines Morgens wegen ihm weinst, wenn er dich mittellos und ohne Liebe verlässt - es wird mir nicht leid tun, glaub mir (...) Ruf mich an, ich werde dich mit deinem Schmerz füttern. Ich werde nicht hier sein, um dich zu verteidigen. Einmal wurde alles übel, zu ehrlich und laut. Du hast mich in dieser Nacht verlassen und bist nie wieder gekommen. Hier bin ich, rauche eine Zigarre nach der anderen. Nur bin ich nicht wer ich war seit ich dich in dieser Nacht verloren habe". 


Sasa Kovačević beim ESC?

Sasa in einem Livekonzert

Am beliebtesten und erfolgreichsten war Serbien beim Eurovision Song Contest, wenn es folklorische und emotionale Balladen zu hören gab.

 

Genau diese beiden Bereiche bedient Sasa Kovačević auf perfekter Weise. Dazu bedient er auch die modern westlichen (Sommer-)Sounds immer wieder und feiert große Erfolge damit. Ein musikalisches Feld also, auf dem Serbien bisher nicht viel Glück im Wettbewerb hatte. Vielleicht ist gerade er die Chance, das folklorische mit dem modernen perfekt zu kombinieren?

 

2017 scheint er vom ausführenden Sender RTS schon im Gespräch gewesen zu sein, Serbien in Kiew zu vertreten. Darauf angesprochen sagte er “I am not aware that RTS has made any shortlists but I am happy to hear about the possibility. It would be nice to represent my country”. Es kann also gut sein, dass Sasa, der sich gern inszeniert und dazu live auch großartig bei Stimme ist, uns beim ESC nochmal begegnen könnte.


SERBIEN beim ESC

Serbien nahm von 1961 bis 1992 als Teil von Jugoslawien am Eurovision Song Contest teil. Dabei stellte der damalige serbische Sender "TV Beograd" in den Jahren 1974 (Platz 12), 1982 (Platz 14), 1991 (Platz 21) und 1992 (Platz 13) die jugoslawischen Beiträge.

 

Nach der Gründung von Serbien und Montenegro durften die beiden ehemaligen Teilrepubliken erst 2004 am ESC teilnehmen und Željko Joksimović überzeugte beim ersten Auftritt Serbiens-Montenegros mit dem Titel "Lane moje" und landete auf einen überragenden 2. Platz. 2005 gab es bei der heimischen Vorentscheidung politische Auseinandersetzungen, dem Erfolg beim ESC tat das aber keinen Abbruch und die Gruppe "No Name" landete auf einem guten 7. Platz. 2006 zog Serbien und Montenegro die Teilnahme zurück.

 

Serbien nimmt nun seit 2007 am Song Contest teil - gleich im ersten Jahr mit einer Glanzleistung: Marija Šerifović überzeugte mit der voller Inbrunst gesungenen emotional geladenen Balkanballade "Molitva" und gewann den Wettbewerb trotz etwas albernem Backgroundchor vor dem ukrainischem Star Verka Seduchka. Noch heute hört man "Molitva" auf dem Balkan und so ziemlich jeder Musikere hat diesen Titel schonmal gesungen.

Im eigenen Land erreichte der von Željko Joksimović geschriebene Titel "Oro" einen guten 6. Platz, 2009 war dann aber schon im Halbfinale Schluss. 2010 und 2011 konnte mit moderneren Sounds ein Platz im Mittelfeld erreicht werden, bevor der Balkanballadenmeister Željko Joksimović himself, der zusätzlich auch schon als Komponist 2006 für den 3. Platz Bosniens ("Lejla") verantwortlich war, erneut antrat und wieder einen großartigen 3. Platz direkt hinter den favorisierten Großmüttern aus Russland und der schwedischen Loreen erreichte.

 

Nachdem Serbien 2013 wieder im Halbfinale ausschied und 2014 auf die Teilnahme verzichtet wurde, konnte 2015 immerhin noch ein 9. Platz erreicht werden (Beauty never lies"). Seitdem steht nur noch zweimal ein 18. Platz und einmal ein 19. Platz zu Buche, 2017 verpasste Serbien wieder knapp das begehrte Finale.

Unsere Tipps, hinweise und Hoffnungen für den ESC

Aus der Rubrik "Was macht eigentlich...": Die bisher einzige Gewinnern Serbiens Marija Šerifović macht auch weiterhin recht erfolgreich Musik (meist herzzerreißende Balladen) und ist ein gern gesehener Gast im serbischen Fernsehen.

Slobodan Veljković, professionell als Coby bekannt, ist ein serbischer Rapper, Songwriter und Plattenproduzent. Er wurde zudem als Produzent vieler bekannter serbischen Künstlern ausgezeichnet. Seine neue Single "Leto je" stürmt zur Zeit die serbischen Charts.

Seit 2002 veröffentlichte Seka Aleksic insgesamt fünf Alben und gilt somit als einer der größten Turbo-Folk-Stars. Sie ist damit nicht nur auf dem Westbalkan, sondern auch in vielen europäischen Ländern bei Auswanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien populär.


Hier könnt ihr alle Beiträge von Vision 12 anhören und voten