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Vision 12: 13. Lettland

Lettland

Lauv

"Sad Forever"

 

"I like me better" - an dem Song ist man 2017 weltweit nicht vorbeigekommen. Doch das der 25-jähige Lauv mehr als ein One-Hit-Wonder ist, bewies er spätestens in diesem Jahr, als er zusammen mit dem Australier Troye Sivan "I'm so tired..." herausbrachte und den nächsten weltweiten Hit landete.

 

Lauv wurde 1994 in San Franicsco geboren und ist Amerikaner mit lettischen Wurzeln. Lauv heißt mit bürgerlichem Namen Ari Staprans Leff. Sein Pseudonym verpasst er sich in Anlehnung an sein Sternzeichen Löwe, lettisch: Lauv. In seiner Kindheit durchlebt er das Martyrium so vieler Heranwachsender: Er erhält Unterricht in klassischen Instrumenten, in seinem Fall: Klavier und Bratsche. Das Gitarrenspiel lernt er mit elf Jahren. Nach seinem Abschluss an der Radnor Middle School wechselt er auf die High School, wo er in verschiedenen Bands spielt, sich dem Jazz widmet, ehe er die elektronische Musik für sich entdeckt. Später schreibt er sich an der New Yorker Steinhardt School of Culture, Education and Human Development ein. Er beendet dort erfolgreich sein Studium der Musiktechnologien und unterschreibt im Anschluss daran einen Deal beim Musikverlag Prescription Songs.

 

Schon im zarten Alter von 14 Jahren beginnt er damit eigene Songs zu schreiben. Diese handeln, obwohl selbst noch völlig unerfahren in Liebesdingen, von der Liebe und deren Ende. Zuerst bietet er seine Lieder anderen an. Sein Song "The Other" hat aber einen so persönlichen Bezug, dass er sich weigert ihn einem anderen Künstler zu überlassen, und veröffentlicht ihn stattdessen selbst in Eigenregie. Er kann damit auf Anhieb die Blogosphäre begeistern, so dass sein Lied in der Folge weltweit in die Spotify-Charts einsteigt.

 

Nach der nächsten Single "Question" beschließt Ari, erst einmal wieder für andere zu schreiben. Aus seiner Feder stammt zum Beispiel Demi Lovatos "No Promises" oder "Boys" von Charli XCX. Mit "I Like Me Better" legt Lauv dann wieder selber nach und erreicht in den USA und in Europa die Charts. In Deutschland erreicht die Single Gold-Status. Lauv war im Oktober und November 2017 Supportact für Ed Sheeran auf dessen Divide-Tour für vierzehn Auftritte in Asien.

 

2018 folgen eine Reihe weiterer Singles, die allesamt weltweit das Interesse an seiner Person hochhalten, bis er Anfang 2019 einen weiteren großen Hit landet: "I'm so Tired..." erreicht wieder hohe Chartplätze und wird mehrfach ausgezeichnet. Über die Bedeutung seiner nachfolgenden Single und des Videos sagt Lauv: „Drugs & The Internet" schrieb ich zu einer Zeit, als ich mit einem extremen Gefühl der Leere und Niedergeschlagenheit kämpfte. Ich analysierte mich selbst und sah, dass ich besessen war von meiner Außenwirkung und wie ich mich präsentieren wollte. Es war ein heilsamer Prozess, mehr als bei irgendeinem anderen Song bisher. “

Das bewegende Musikvideo zu "Sad Forever"

Auch wenn seine bisherige Musik nicht wirklich überschäumt vor Fröhlichkeit, mit "Sad Forever" und dem zugehörigen Video überraschte Lauv seine Fans und die Musikwelt mit seiner Offenheit.

 

In dem sehr persönlichen "Sad Forever" singt Lauv über seine depressiven Stimmungen. Im dazugehörigen Video, dass bei einem Auftritt auf den Philippinen entstand, erfahren wir, dass das Lied in einer Zeit entstand, in dem es ihm sehr schlecht ging und er mit Depressionen und Zwangsstörungen kämpfte. "I don't wanna be sad forever, I don't wanna be sad no more. I don't wanna wake up and wonder what the hell am I doing this for? I don't wanna be medicated, I don't wanna go through that war. I don't wanna be sad anymore."

 

Irgendwann habe er gemerkt das er Hilfe braucht und so nicht weitermachen könne. Er vertraute seinem Psychiater und seiner Medikation. Am Ende bemerkt er, dass mentale Gesundheit für ihn eine Reise von Höhen und Tiefen ist und er daran weiter arbeitet mentale Stabilität zu erreichen.


Lauv beim ESC?

Liveauftritt bei Jimmy Kimmel

Die Chancen stehen wohl nicht wirklich gut, dass Lauv einmal für Lettland beim Eurovision Song Contest mitmacht. 

 

Zum Einen hat er längst herausgefunden, dass er keine Show und keine Plattenfirma benötigt um seine Musik bekannt zu machen (er hat schon früh damit angefangen seine Musik über verschiedene Internetplattformen zu veröffentlichen). Zum anderen bezeichnet sich Lauv selbst als eine merkwürdige Person und man wird das Gefühl nicht los, dass er sich im Eurovision-Zirkus vielleicht nicht wohlfühlen würde.

 

Wenn er auch lettische Wurzeln hat, wohnt er seit er geboren ist in Amerika und kennt wahrscheinlich nichtmal den ESC. Trotzdem wäre es natürlich klasse, wenn auch Musiker die bekannter und damit in der Musikszene relevant sind, am ESC teilnehmen würden.


Lettland beim ESC

Trotz einem Sieg und vier Platzierungen unter den besten Zehn gehört Lettland zu den weniger erfolgreichen Teilnehmerländern beim ESC.

 

Während Estland und Litauen bereits 1993 ihre Teilnahme am ESC anstrebten, nahm Lettland erst 2000 zum ersten Mal teil, seitdem jedoch jedes Jahr. Bei seiner ersten Teilnahme im Jahr 2000 erreichte Lettland mit der Band Brainstorm rund um den charismatischen Sänger Renārs Kaupers einen tollen dritten Platz. Ihr Beitrag "My Star" gehört für viele Fans noch heute zu den besten Beiträgen des ESCs und zeigte, dass man auch mit einem guten Rocksong erfolgreich sein kann.

 

Zwei Jahre dann die Überraschung: Marie N gewann trotz schlechter Wettquoten mit dem selbst komponierten Titel "I Wanna" und holte den Wettbewerb nach Lettland. Im darauffolgenden Jahr fand der Wettbewerb in Riga statt, Gastgeber waren die Vorjahressiegerin sowie Brainstorm-Sänger Renārs Kaupers. Lettland erzielte aber leider eines der schlechtesten Ergebnisse eines Gastgebers: Die Gruppe F.L.Y. erreichte mit nur fünf Punkten den drittletzten Platz.

2005 erreichten Valters & Kaža im Finale den fünften Platz, wobei sich das Duo noch im Halbfinale nur knapp als Zehnte für das Finale qualifiziert hat. 2006 und 2007 immerhin im Finale, standen am Ende jeweils nur ein 16. Platz zu Buche, 2008 immerhin noch ein 12. Platz. 

 

Zwischen 2009 und 2014 schied Lettland im Halbfinale aus - 2009, 2010 und 2013 wurde sogar nur der letzte Platz in seinen Halbfinals erreicht. 2015 holte man mit dem sechsten Platz das beste Ergebnis seit 2005 und mit 186 Punkten die höchste Punktzahl der lettischen ESC-Geschichte. Auch 2016 konnte sich Lettland für das Finale qualifizieren und erreichte Platz 15. Beide male hatte die Sängerin Aminata ihre Hände dabei mit im Spiel: 2015 stand sie selbst mit "Love injected" auf der Wiener Bühne, 2016 schrieb sie dem Teilnehmer Justs den Titel "Heartbeat" auf dem Leib.

 

2017, 2018 und 2019 scheiterte Lettland wieder im Halbfinale.

Unsere Tipps, Hinweise und Hoffnungen für den ESC

Was für die Schweden Kent war, ist für die Letten Prāta Vētra - oder für uns besser bekannt als Brainstorm: Noch immer gehören die ersten lettischen ESC-Teilnehmer zu den bekanntesten Musikbands des Landes. 20 Jahre nach "My Star" wäre es doch ein tolles Comeback, würden Sie es noch einmal probieren, oder?

Vor 6 Monaten erschien ihr erstes Video zu "Es Varu Būt Tā" und steht kurz davor eine Million Aufrufe bei YouTube zu erreichen. Patrisha steht zwar noch am Anfang ihrer Karriere, ihr melodiöser Pop entwickelte sich aber schon zum Hit in Lettland. Und mit "Visu un vēl vairāk" steht auch schon der nächste Hit in den Starlöchern.

Auch Musiqq haben eine Eurovision-Vergangenheit, erreichten allerdings 2011 in Düsseldorf nur Platz 17 in ihrem Halbfinale und damit klar nicht das Finale, obwohl viele Fans sie dort gesehen hatten. Ihrem Erfolg tat dies keinen Abbruch und die 2009 gegründete Band erreicht weiterhin regelmäßig die oberen Chartregionen.


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