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Vision 12: 17. Island

ISLAND

Vök 

"Spend the love"

 

Vök ist eine isländische Dream Pop-Band aus Reykjavík, die im Januar 2013 von der Sängerin Margrét Rán Magnúsdóttir und dem Saxophonisten Andri Már Enoksson gegründet wurde. Die Band wurde gegründet, um an einem jährlichen Bandwettbewerb, dem Músíktilraunir-Wettbewerb in Island, teilzunehmen. Das Problem: Sie hatten eigentlich keine Songs zum Aufführen. Innerhalb weniger Wochen komponierte Vök mehrere Tracks und führte sie zum ersten Mal beim Bandwettbewerb auf. Vök hat schließlich den Wettbewerb gewonnen. Anfang 2018 wurde Ólafurs Ausstieg bekanntgegeben.

 

Als Dream-Pop/Indie-Electro-Band bezeichnet, besteht ihr Sound aus verträumter Elektronik mit melodischem Gesang, entfernten Saxophonen und sauberen Nachhall-Gitarren, sowohl in Englisch als auch in Isländisch.

2017 veröffentlichten die drei ihr vielbeachtetes Debütalbum "Figures", das Video zu "Waiting" erlangt über 1 Millionen Aufrufe auf YouTube. Ihr zweites Album "In the Dark" erschien Anfang März diesen Jahres.

 

Die Band selber zählt Künstler wie Portishead, Air und Massive Attack zu ihren Inspirationen.

Das Lyricvideo zu "Spend the Love"

Spendet eure Liebe, nicht euer Geld!

"Originally written to be a 'gay' anthem song, "Spend The Love" is our new dance song that tackles the theme of anti-consumerism. There is a humour in it and a hypocrisy. We thought it was ideal to release it prior to the holiday season! Spend your love, not your money"

 

Hallende Gitarren und träumerische Hooks mit melancholischem Gesang, die schnell im Ohr bleiben. Auch bei "Spend your love" enttäuscht Vök nicht, hat dabei aber ein ernstes Anliegen und wendet sich damit gegen den herrschenden Konsumwahn. 


Vök beim ESC?

Vök mit einer Liveversion von "In the Dark"

Obwohl Island gerade mal 350.000 Einwohner hat, ist es bekannt für eigenwillige Musik unterschiedlichen Genres und hat schon einige international erfolgreiche Musiker hervorgebracht. 

 

Interessanterweise bekommen wir davon aber nicht wirklich etwas beim Eurovision Song Contest zu sehen. Stattdessen versucht Island meist mit radiotauglicher Popmusik oder emotionalen Balladen zu punkten. Da wäre ein ungewöhnlicherer Indienbeitrag wie von Vök sicher eine gute Abwechslung. Ob die dafür aber zu begeistern wären, können wir schlecht einschätzen - einerseits nutzen Isländer gerne die Möglichkeiten sich außerhalb Islands zu zeigen, andererseits könnte die kommerzielle Show-Ausrichtung einer Band wie Vök davon abhalten am ESC teilzunehmen. 


Island beim ESC

Island konnte erst ab 1986 teilnehmen, da vorher die Datenfernübertragung auf die entlegene Insel technisch nicht realisierbar war.

Beim Debüt 1986 holte die Band ICY Platz 16 von 20, genau wie in den beiden Folgejahren. 1989 hätte sich Daníel Ágúst sicher noch über Platz 16 gefreut, denn er landete auf dem letzten Platz und erreichte keinen einzigen Punkt.

 

Die 90er starteten aber umso erfolgreicher: das Duo Stjórnin erreichte einen tollen Platz 4 und mit 124 Punkten - Islands bis dahin bestes Ergebnis. 1992 sprang für die Band Heart 2 Heart mit Platz 7 ebenfalls noch ein Platz unter den besten Zehn heraus - in den restlichen Jahren platzierte sich Island immer zwischen Platz 12 bis 15. 1997 startete der offen schwule und in Island sehr bekannte Sänger Paul Oscar mit dem melancholischem Elektrotitel "Minn hinsti dans" über den letzten Tanz einer alternenden Diva. Er landete dank des in einigen Ländern neu eingeführten Televotings immerhin auf Platz 20, die Platzierung zwang allerdings Island im Folgejahr auszusetzen. Bemerkenswerter war allerdings sein offenherziger Auftritt, bei dem er auf einem Sofa sitzend sich durch den Schritt fuhr, während sich um ihn herum vier in schwarzem Lack gekleidete Tänzerinnen lasziv rekelten. Sowas hatte der ESC bis dahin noch nicht gesehen und so wurde der Auftritt zu einem Liebling vieler Fans. 1999 sahen dann nahezu 100 Prozent der Isländer den Song Contest, die Teilnehmerin Selma galt mit ihrem "All out of luck" hinter dem Beitrag aus Zypern als Vizefavoritin. Zypern landete zwar überraschend auf dem letzten Platz, aber Island kämpfte tatsächlich bis zu drittletzten Wertung um den Sieg, den schlussendlich allerdings Schweden davontrug. So nah war die Insel nie wieder am Sieg.

 

Im Jahre 2000 wurde mit Platz 12 allerdings wieder nur ein durchschnittlicher Platz erreicht, 2001 wurde Island dann mit dem geteilten letzten Platz zum zweiten Mal Letzter. Daraufhin musste das Land 2002 erneut aussetzen. Erst 2003 durfte das Land wieder teilnehmen und erreichte in demselben Jahr mit "Open your heart" von Brigitta mit Platz 8 eine weitere Platzierung unter den besten Zehn. 2004 hingegen wurde mit Platz 19 wieder nur ein mäßiges Ergebnis erreicht. 2005 sollte es erneut Selma richten, was allerdings gehörig schief ging. Selma erreichte im Halbfinale mit Platz 16 nicht das Finale und war damit die erste isländische Interpretin, die sich nicht für das Finale qualifizieren konnte. 2006 konnte die umstrittene, auf Island zum Kult gewordene Silvìa Nòtt mit ihrem überspitztem "Congratulations" ebenfalls nicht das Finale erreichen. Da half auch kein Telefonat mitt Gott während ihres Auftrittes - im Anschluß wurde sie sogar vom Publikum ausgebuht, die die divenhafte Satire an ihrem Auftritt auf und hinter der Bühne nicht erkannt hatte. Erst 2008 konnte Island mit gradlinigem Europop der Band Euroband das Finale und dort den 14. Platz erreichen.

 

2009 folgte dann Islands bisher erfolgreichster Beitrag. Yohanna konnte ihr Halbfinale mit ihrem Titel "Is it true" überraschend gewinnen. Dort holte sie mit Platz 2 Islands beste Platzierung seit zehn Jahren. Im Jahr 2010 konnte dieser Erfolg allerdings nicht wiederholt werden. Hera Björk erreichte im Halbfinale zwar Platz 3, musste sich aber im Finale nur noch mit Platz 19 zufrieden geben. 2011 und 2012 holten die isländischen Interpreten mit je Platz 20 dann eher mäßige Ergebnisse. Auch 2013 erreichte Eythor Ingi mit Platz 17 wieder nur ein durchschnittliches Ergebnis. 2014 holten Pollapönk Platz 15. 2015 scheiterte María Ólafs dann im Halbfinale, womit Island das erste Mal seit acht Jahren nicht im Finale vertreten war. Mit dem drittletzten Platz scheiterte sie zudem deutlich an der Qualifikation. Auch Greta Salóme 2016, die bereits 2012 zusammen mit Jónsi teilnahm und Platz 20 erreiche, schied überraschend bereits im Halbfinale aus. Auch Svala konnte sich 2017 nicht für das Finale qualifizieren und scheiterte mit Platz 15 ebenfalls deutlich an der Qualifikation. 2018 folgte dann der bisherige Tiefpunkt Islands beim ESC. Ari Ólafsson wurde Letzter im Halbfinale, womit Island zum ersten Mal viermal in Folge das Finale verpasste.

 

In diesem Jahr gelang der Insel dann jedoch wieder der Einzug ins Finale, nachdem die Band Hatari Platz 3 im Halbfinale belegten. Im Finale schaffte Island mit einem aufsehenerregende Auftritt Platz 10 die beste Platzierung seit zehn Jahren. Als sie erwartungsgemäß bei der Punktvergabe die palästinische Flagge in die Kamera hielten, wurden sie allerdings vom Publikum ausgebuht.

Unsere Tipps, Hinweise und Hoffnungen für den ESC

Stellvertretend für alle isländische Musiker die weltweit Erfolge feiern, ist unser erster Tipp die neue Single "Wild roses" von Of Monsters and Men. Ihr großer Hit "Little Talks" (3-fach Gold in Deutschland) öffnete 2012 weltweit die Tür für die 6-köpfige Band, seitdem entert jedes ihrer Alben die Charts.

Ásgeir ist der Sohn des isländischen Dichters Einar Georg Einarsson, der für Ásgeir die meisten Lieder geschrieben hat. 2012 führte er mit dem Song "Hvítir Skór" neun Wochen lang die isländischen Charts an. Sein Debütalbum "Dýrð í dauðaþögn" wurde das bestverkaufte Debütalbum Islands. 

Die 22-jährige Glowie gewann 2014 einen isländischen Gesangswettbewerb und erntete daraufhin großes Interesse von Plattenfirmen. Nach zwei Nummer 1-Hits in Island will sie nun auch international durchstarten - und die Chancen dafür stehen sehr gut.


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