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Vision 12: 12. Albanien

ALBANIEN

Gashi feat. Ledri Vula

"That's mine"

 

Gashi ist ein albanischer Künstler kosovo-albanischer Herkunft und lebt heute in Brooklyn, New York.

Gashi wurde in Libyen als Sohn albanischer Eltern geboren. Er zog mit seiner Familie in eine Reihe von Ländern, hauptsächlich nach Europa (auch in Deutschland), und wanderten Ende der neunziger Jahre in die USA aus, wo sie schließlich in Brooklyn, New York, lebten.

Gashi bemühte sich, die englische Sprache zu erlernen, wandte sich der Musik zu, um sich leichter in die Gesellschaft einzugliedern, und verliebte sich schnell in Rap. Er absolvierte die New Utrecht High School und erhielt ein Fußballstipendium, um an einer Division 2-Schule in Massachusetts (American International College) zu spielen. Obwohl Gassi recht erfolgreich spielte, entschloss er sich, das College zu beenden und sich mehr auf Musik zu konzentrieren. Er bereitete sein erstes Mixtape vor und nahm zunächst den Künstlernamen The Kid Gashi an, um diesen später in Gashi zu ändern.

 

Gashi gewann mehrere Musikwettbewerbe und war der Gewinner von "First Time Performances" von First Look Sessions in den Jahren 2010 und 2011. Sein erstes Projekt, das Mixtape Last of a Rare Breed (2011), wurde von Erkman moderiert und zeigte Tracks mit Nipsey Hussle und French Montana. Im Jahr 2012 gründete Gashi seine eigene Gruppe namens Moxy. 2012 schaffte er seinen Durchbruch mit der Veröffentlichung des Hits "Rocket". Im Jahr 2012 veröffentlichte er auch "Beautiful World" unter seiner Crew Moxy. Zukünftige Tracks, darunter "Who Made Me" und "Laughing", wurden auf Hot 97 gezeigt, nachdem Peter Rosenberg ihn mitsigniert hatte.

 

Gashi zog auch die Aufmerksamkeit von Mode- und Bekleidungsunternehmen auf sich. Seit 2012 ist Gashi das Gesicht und der Vertreter der Modelinie "Problem Child NYC" und hat für die Modelinie "Problem Child" in New York gemodelt.

 

Im Jahr 2013 veröffentlichte er ein Follow-up-Mixtape, ein späteres Projekt mit dem Titel "4Play" enthielt seine Single "Room 4". 2015 veröffentlichte er den Track "Switch Up" und 2016 "Day Ones", 2017 folgten "Turn Me Down" und "Disrespectful". 2018 war es soweit und Gashi nahm die relaxte Single "Creep on me" mit DJ Shake und French Montana auf, mit der er eine größere Öffentlichkeit erreichte. 2019 folgte "My Year" mit G-Eazy bevor er mit "That's mine" einen weiteren Hit landete. Dieser musikalischen Linie bleibt er auch mit seiner neuen Single "Rose" treu.

Das Musikvideo zu "That's mine"

Gashi scheint gefallen an poppigem Hip Hop gefunden zu haben - während seine früheren Songs eher dem Rap zuzuordnen waren, weisen die letzten Veröffentlichungen eher Ähnlichkeiten zum Sprechgesang, wie bei bekannten Rappern wie beispielsweise Drake und French Montana, auf.

 

Für "That's mine" arbeitete Gashi mit dem in Albanien sehr bekannten Rapper Ledri Vula zusammen, der seinen Rap auch auf albanisch in das Lied einfließen lässt. Nach kurzem Intro beginnt mit der ersten Strophe auch der sich durch das Lied ziehende prägnante Rhythmus. "That's mine" wirkt leicht, der Refrain ist einfach, bleibt schnell hängen. Textlich beschränken die beiden sich darauf von ihrem "Baby" zu berichten.

"You pick up, never let me down. When I'm stressed out help me calm down. When I mess up never talk down on me (...) That’s my baby, that’s my love. She drive me crazy (...)"


GAshi beim ESC?

Das Livepublikum in der amerikanischen Tonight Show haben Gashi und G-Eazy voll überzeugt.

Am Ende des Musikvideos zu "That's mine" ist kurz der albanische Adler zu sehen, auf Fotos sieht man diesen als Kette um Gashis Hals baumeln. Gashi fühlt sich sehr mit Albanien verbunden, was er auch immer wieder in Interviews sagt.

 

Musikalisch dürfte er es allerdings schwieriger haben, sollte er sich einmal dazu entschließen für Albanien beim Song Contest teilzunehmen. Mahmood hat mit seinem 2. Platz in diesem Jahr zwar einen Grundstein dafür gelegt, dass melodiöser Hip Hop durchaus Chancen im Wettbewerb haben kann, aber um die breite Masse genauso anzusprechen wie die Jurys, muss er etwas besonderes haben (bei Mahmood z.B. die Rhythmuswechsel und der Doppelklatscher im Zusammenspiel mit der Message). Bisher hört sich Gashi da sicher noch zu relaxt und unaufgeregt an und seine älteren Songs nicht massenkompatibel genug (siehe Livevideo).


Albanien beim ESC

Albanien gehört bisher zu den eher weniger erfolgreichen Länder beim Eurovision Song Contest.

Albanien nahm erstmals 2004, seitdem aber jedes Jahr am Wettbewerb teil. Bei der ersten Teilnahme mit Anjeza Shahini und dem Titel "The Image of you" kam Albanien auf einen guten siebten Platz – ein Ergebnis, das lange nicht mehr erreicht werden sollte. Im Folgejahr war das Land mit einem 16. Platz weniger erfolgreich. 2007 und 2008 schaffte es Albanien nicht ins Finale. 2009 kam Kejsi Tola nach erfolgreicher Qualifikation im Finale immerhin auf Platz 17. Wiederum einen 16. Platz gab es 2010 für Juliana Pasha. Aurela Gaçe gelang die Qualifikation für das Finale im Jahr 2011 hingegen nicht.

 

Im Jahr 2012 schaffte Rona Nishliu mit der ungewöhnlichen emotionalen Ballade "Suus" erneut den Sprung ins Finale und errang dort, nachdem sie sich im wahrsten Sinne des Wortes bei ihrem Beitrag die Seele aus dem Leib schrie, den fünften Platz, das bisher beste Resultat des Landes. 2013 gab es jedoch mit "Identitet" im Halbfinale nur 31 Punkte und Platz 15 von 17 Teilnehmern. 2014 erreichte Hersi Mutmaja sogar nur den vorletzten Platz im Halbfinale und damit das schlechteste Ergebnis bisher. 2015 erreichte das Land wieder das Finale (Platz 17), während 2016 und 2017 hingegen die albanischen Beiträge wieder deutlich im Halbfinale aus. Nach einer überraschenden Qualifikation für das Finale 2018, erreichte Eugent Bushpepa mit Platz 11 im Finale die beste Platzierung des Landes seit 2012. Mit 184 Punkten holte er außerdem eine neue Höchstpunktzahl für das Land. 2019 erreichte der albanische Beitrag erneut das Finale und landete dort auf Platz 18.

 

Der albanische Beitrag wird, ähnlich dem italienischem Verfahren, in einem großen Festival über mehrere Tage mit Liveorchester gesucht. Das jährlich im Dezember stattfindende Festival "Festivali i Këngës" erfreut sich allgemeiner Beliebtheit in Albanien. Alle Songs müssen beim nationalen Festival in albanischer Sprache gesungen werden. Auf europäischer Bühne wurden aber mit Ausnahme der Titel von Luiz Ejlli (Albanisch), Frederik Ndoci (Albanisch und Englisch), Olta Boka (Albanisch), Rona Nishliu (Albanisch), Adrian Ljulgjuraj und Bledar Sejko (Albanisch) sowie Eugent Bushpepa (Albanisch), alle Beiträge komplett in englischer Sprache gesungen, so dass die jeweiligen Interpreten für den Eurovision Song Contest noch eine englische Fassung produzierten. Zudem treten die Musiker im großen Finale immer mit dem Orchester auf, so dass modern instrumentalisierte Beiträge tendenziell das Nachsehen haben, obwohl diese wiederum beim ESC, bei dem die Musik nicht live aufgeführt wird, vielleicht bessere Chancen hätten.

Unsere Tipps, Hinweise und Hoffnungen für den ESC

Auch Megastar Rita Ora hat albanische Wurzeln. Entdeckt wurde sie schon im Alter von 14 Jahren, ihr erstes Album erscheint 2012 und erhält allein in Großbritannien Platin. Ihr zweites Album, das letztes Jahr erschien erreicht auch in Deutschland die Top 20 der Verkaufcharts.

Alban Skenderaj ist heute einer der bekanntesten Sänger Albaniens. Er wuchs dort und in Italien auf und lebt heute in München. Er macht seit 2005 Musik, 2006 nahm er mit seinem Song "Eklips" am 45. Festivali i Këngës teil, das seit 2003 auch als albanischer Vorentscheid für den ESC fungiert und erreichte Platz 7.

Elvana Gjata ist eine Sängerin, Songwriterin, Tänzerin und ein Model aus Albanien. Mit ihrer R&B-ähnlichen Musik prägt sie eine ganze Generation an jungen albanischen Sängern und Sängerinnen. "A m'don" ist ihr neuer Song, das Video zählt schon nach 1 Woche 2,8 Millionen Aufrufe auf YouTube.


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