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UKRAINE hatte gewählt -UPDATE-

Na geht doch, möchte man schon fast sagen, denn die Ukraine durchbricht den Fluch, dass sich dieses Jahr in kaum einem Vorentscheid die Fanfavoriten durchsetzen.

 

In einem wie immer langgezogenem Finale, in dem auch Bilal Hassini sein "Roi" performte, war es eigentlich lediglich spannend, in wie weit die Jury die haushohe Zuschauerfavoritin Maruv abwählen würde und im Gegenzug die Frauenkombo Freedom Jazz beim Televoting punkten würden. Doch als die Jury ihren 2. Platz an Maruv vergab, war ihr der Sieg schon nicht mehr zu nehmen, da bei einem Punktgleichstand die Zuschauerstimmen den Ausschlag geben. Freedom Jazz gelangten aber beim Televoting nur auf den 3. Platz, was die Sache für Maruv noch eindeutiger machte.

 

Soweit die Punktelage.

Erneut "unschön" allerdings waren die laaaaaaaangen politisch motivierten Interviews nach den jeweiligen Auftritten. Auch Maruv wurde gefragt, welchem Land sie sich zugehörig fühle und beantwortet das brav mit "Ukraine". Nach der Krönung der Siegerin gingen die politischen Diskussionen hinter den Kulissen aber weiter. 

Zwei Tage später gab der Sender UA:PBC nun aber doch bekannt, dass Maruv NICHT die Vertreterin der Ukraine in Tel Aviv sein werde. Laut Vertrag würde Maruv eine Kulturbotschafterin sein. Sie könne nicht nur ihre Musik vorstellen, sondern müsse auch eine Sprecherin der ukrainischen Gesellschaft in der Welt sein. Der Sender sieht die Gefahr einer politischen Eskalation, will durch den Vertrag den unpolitischen Charakter des Wettbewerbs sicherstellen. In der Ukraine finden Ende März Präsidentschaftswahlen statt. Das Verhältnis zu Russland, in dem die Sängerin Konzerte geplant hatte, ist bekanntermaßen seit der Annexion der Krim angespannt.

Maruv wiederum gab bekannt, dass sie gern und mit stolz als Ukrainerin diese beim Eurovision Song Contest vertreten hätte, aber nach einer 7-stündigen Besprechung sei man nicht übereingekommen. Es ginge nicht darum, dass sie Konzerte in Russland absagen solle, es ginge um Klauseln im Vertrag, die sie als Sklaverei empfindet. Sie sei nicht bereit politische Botschaften zu verbreiten - sie sei Musikerin und "kein Schlag in der politischen Arena". Sie wolle ihrer Kreativität keiner Zensur unterwerfen.

Liveauftritt im Finale von Vidbir

Studioversion von "Siren Song"


Die eigentlich nur für die Sängerin Tayanna nachgerückte Maruv wird die Ukraine demnach nicht vertreten und der Sender sucht jetzt nach einer anderen Lösung. Maruv gehörte spätestens seit ihrem Hit "Drunk Groove" zu den großen Stars in Osteuropa - und auch grad in Russland. 

 

Wir hören also nun doch nicht die deutschen Worte "Komm zu mir" aus der Ukraine, die anfangs im "Siren Song" zu hören sind. 

 


Nun ist es offiziell:

Der ukrainische Sender UA:PBC hat ein Statement veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass die Ukraine sich vom Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv zurückziehen wird.

 

In den letzten Tagen hatte sich der Sender erfolglos bemüht, nun noch die die Zweit- und Drittplatzierten der Vorentscheidung zu einer Teilnahme am ESC 2019. Es blieb also kaum eine andere Wahl, als die die Reißleine zu ziehen und sich unter anderem mit der Begründung, der Vorentscheid sei politisiert worden, vom ESC 2019 zurückzuziehen.

 

Sicherlich ist es musikalisch schade in diesem Jahr auf einen ukrainischen Beitrag verzichten zu müssen. 

Die politischen Dimensionen, die es aber leider oft gab - grad in Verbindung mit Russland - haben dem Song Contest allgemein nicht gut getan und man kann nur hoffen, dass der Sender nun umdenken wird und versucht, diese in Zukunft zu vermeiden. Wir sind gespannt und trauern um einen polarisierenden Beitrag, der musikalisch und in Bezug auf das Staging sicher für Aufmerksamkeit in Tel Aviv gesorgt hätte.

 

 

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Sieger!
Top 3
Top 5
Top 10
Platz 11 - 15
Platz 16 - 20
Platz 21 - 26
kommt nicht ins Finale