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RUMÄNIEN hat gewählt

Wenn sich zwei streiten, freut der oder die dritte?

 

Die am Sonntag stattfindende Selecția Națională hat einigen Wirbel verursacht:

Alle ehemalige Eurovision-Vertreter sind dieses Jahr nicht mehr im Finale zu finden. Nicola, die 2003 mit "Don't break my heart" einen guten zehnten Platz erreichen konnte, schied in der ersten Runde aus. Dan Bittman, der 1994 der erste Teilnehmer für Rumänien beim Song Contest war, sowie Mihai, der 2006 mit "Tornero" einen großartigen 4. Platz erreichte zogen ihre Teilnahme aus unterschiedlichen Gründen wieder zurück: Dan Bittman "aus Zeitgründen", Mihai eröffnete seinen Facebookfans Mitte Januar überraschend, dass er sich ebenfalls zurückziehen werde, da er der Objektivität der Organisatoren nicht mehr traue.

 

Schnell kristalisierten sich zwei Favoriten bei den Fans heraus. Bella Santiagos "Army of Love" befriedigte die Suche nach einem neuen "Fuego", die erst 16-jährige stimmgewaltige Laura Bretan wiederum hatte eine emotionale Ballade "Dear Father" samt klassischem Gesang im Gepäck. Der austragende Sender TVR dürfte also froh gewesen sein, dass die beiden Halbfinals ohne große Probleme über die Bühne gingen und beide Favoriten jeweils mit dem ersten Platz ins Finale gelangten. Wäre da nicht das Problem mit der Demokratie - die schlug dem Sender nämlich im Finale um die Ohren.

 

Im Finale setzte, wie in vielen Ländern mittlerweile üblich, auch TVR eine internationale Jury ein. Unter anderem mit den beiden Bloggern William und Deban von Wiwibloggs. Jedoch wurde nicht das Juryvoting und das Televoting zu jeweils 50 % gewertet. Das Publikumvotum, dass immerhin 50 Cent pro Anruf ausgab, wurde lediglich zu einem Juryvoting zusamengefasst, dass exakt auch nur die Gewichtung hatte wie ein einziges Mitglied der internationalen Jury.

 

Während sich Bella Santiago vom Fuego zu einer Ruslana-light verwandelte und so ihre Chancen auf den Gewinn sicher nicht veresserte, trumpfte Laura Bretan mit einer perfekten gesanglichen Leistung auf. Vorteil Laura, die zudem ja auch noch den Beitrag dabei hatte, auf den sich oft Jurys einigen können.

 

Bei der Verkündung der Juryvotings zeigte sich allerdings ein anderes Bild: Die nun hoch favorisierte Laura bekam lediglich 48 Punkte, von den beiden bekannten Bloggern gar nur 4, bzw. 6 Punkte. Ester Peony, die in ihrem Halbfinale noch auf Platz 4 gewertet wurde, erhielt allerdings vier mal die Höchstpunktzahl und führte das Feld mit nun 60 Punkten an. Das Publikum setzte Ester schließlich nur auf den 8. Platz und trotzdem reichte der Vorsprung für Sie aus, das Finale vor Laura und Bella zu gewinnen.

Bei einem 50%/50%-Voting zwischen jurys und Televoting wäre die klare Siegerin Laura gewesen und Ester lediglich auf den 3. Platz gekommen.

 

Von Fuego zu Ruslana in nur 2 Wochen:

Der Auftritt der  stimm-gewaltigen Bella wirkte im Finale leider etwas mau.

Laura Bretans Finalauftritt: Balladenbombast, aber für viele  wohl sehr wirkungsvoll und definitiv gut gesungen.


 

 

 

Bei der Verkündung der Juryvotings zeigte sich allerdings ein anderes Bild: Die nun hoch favorisierte Laura bekam lediglich 48 Punkte, von den beiden bekannten Bloggern gar nur 4, bzw. 6 Punkte. Ester Peony, die in ihrem Halbfinale noch auf Platz 4 gewertet wurde, erhielt allerdings vier mal die Höchstpunktzahl und führte das Feld mit nun 60 Punkten an. Das Publikum setzte Ester schließlich nur auf den 8. Platz und trotzdem reichte der Vorsprung für Sie aus, das Finale vor Laura und Bella zu gewinnen.

Bei einem 50%/50%-Voting zwischen jurys und Televoting wäre die klare Siegerin Laura gewesen und Ester lediglich auf den 3. Platz gekommen.

Liveauftritt im Selecția Națională

Studioversion von "On a Sunday"


Sofort brach ein Shitstorm über den Sender, aber eben auch über die beiden Wiwibloggs-Blogger herein.

Der Vorwurf an die beiden: Sie hätten Laura extra runtergewertet da diese sich im letzten Jahr in einem Wahlwerbespot gegen die Ehe für alle ausgesprochen hat. Dabei wird sich darauf gestützt, dass die Blogger sich im Vorfeld sehr wohlwollend über "Dear Father" geäußert hätten, sich nun aber mit ihren Punkten anders entschieden haben. Angefeuert wird diese Theorie von Eric Krüger, der den Spot am 10. Februar auf seinem Youtubekanal hochgeladen hat.

 

Sicher ist es nicht clever, einer einzelnen Person (und in dem Fall ja sogar noch 2 Personen eines gleichen Mediums) so große Macht zu geben. Eine Meinung nach einer liveperformance ändern zu können, sollte aber auch jedem zugestanden werden. Über etwaige Beweggründe einer Punktevergabe, sollte meines Erachtens aber kein Jurymitglied Auskunft erteilen zu müssen.

Und so bleibt für mich eher die Frage, ob man Meinungstreibende, die meist nur zu einem geringen Teil journalistisch arbeiten, lediglich aufgrund ihrer Reichweite ein solch großes Forum bieten sollte, wie es heute im Rahmen des Song Contests der Fall ist.

Ihnen sogar alleinig ein so großes Gewicht wie ein ganzes Volk zu geben scheint indiskutabel.

 

Die leittragende dieser ganzen Diskussion ist neben Laura Bretan nun aber auch die Gewinnerin Ester Peony, die sich schon jetzt mit einem Shitstorm auseinandersetzen muss, von dem Sie am wenigsten kann.

 

Und deshalb so objektiv wie möglich: Wie gefällt Euch "On a sunday"?

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kommt nicht ins Finale