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Ein erster Blick auf die Quoten

Seit fast einem Monat stehen alle Beiträge für den diesjährigen Eurovision Song Contest fest. 

Viel Aufregung aufgrund unbeliebter nationaler Entscheidungen beruhigen sich und so nach und nach wurden auch noch ein paar offizielle Musikvideos und Revamps veröffentlicht.

Vor 4 Tagen wurde zudem die Startreihenfolge für die beiden Halbfinale veröffentlicht.

 

In ein paar Stunden stehen nun zum ersten mal in diesem Jahr immerhin 28 diesjährige Teilnehmer auf der Bühne von Eurovision in Concert und präsentieren ihre Beiträge live den Fans. Man kann also davon ausgehen, dass sich nun in den Wettquoten und Einschätzungen einiges wieder verschieben wird. Es lohnt also genau jetzt einmal ein Blick auf die derzeitigen Wettquoten:

 

Die Top 5

Ganz vorn in den Quoten auf Sieg stehen nun schon seit dem 9. März die Niederlande und scheinen ihren Vorsprung sogar weiter auszubauen (Winningchance 24 %). Der bis dato nicht sehr bekannte Duncan Lawrence schaffte es nach der Veröffentlichung seines Beitrages "Arcade" am 7. März innerhalb von 2 Tagen den übermächtig wirkenden Russen Sergey Lazarev vom 1. Platz bei den Siegwetten abzulösen. 

 

Sergey Lazarev führte für Russland von Anfang an die Quoten an, zu groß schienen die Erwartungen an sein Lied, aber vor allem auch an seine Performance, nachdem er mit seiner Performance zu "You are the only one" schon 2016 neue Maßstäbe setzen konnte. Doch auch mit der Veröffentlichung seines Beitrages "Scream" konnte Sergey das anfangs noch knappe Kopf-an-Kopf-Rennen nicht für sich entscheiden. Ganz im Gegenteil - gestern wurde er in der Siegwette sogar auf den 3. Platz verdrängt und liegt nun bei 11 % Winningchance.

 

Über die zweitbeste Chance auf den Sieg kann sich nun - wer hätte das noch vor ein paar Wochen gedacht - die Schweiz freuen. Luca Hännis Beitrag "She got me" wurde ebenfalls am 7. März veröffentlicht und seitdem kämpft sich der fröhliche Latinpopsong, der wie eine Mischung aus "Despacito" und "Fuego" wirkt, die Wettquoten nach vorne (7.3. Platz 7, 9.3. Platz 4, 22. März Platz 3, 5.4. Platz 2 (Winningchance 12 %)). Man darf gespannt sein, wie sich die Quoten für die Schweiz entwickeln, da Luca heute Abend auch in Amsterdam dabei ist. 

 

Am 10. Februar wählte Italien ihren Beitrag "Soldi" von Mahmood, der sofort zu einem der Favoriten wurde. So wundert es auch nicht, dass Italien, die eigentlich immer recht gut gewettet werden, schon während des San Remo Festivals den 3. Rang erreichte. Erst am 7. März wurde Italien erst auf den 4. Rang, am 9. März auf den 5. Rang und am 27. März auf den 6. Rang gereicht. Doch der April gibt wieder Aufwind und so findest sich Mahmood mittlerweile auf den 4. Rang wieder.

 

Platz 5 geht derzeit an Island, die mit ihrer Band Hatari für ordentlich Aufmerksamkeit sorgen. Schon während der mehrwöchigen nationalen Vorentscheidung konnte sich Island vom 30. auf den 11. Platz in den Quoten nach vorne schieben, nachdem Hatari am 28.2. als Sieger feststanden, schnellten die Quoten nach oben und innerhalb von ein paar Tagen fand sich das kleine Land kurzzeitig auf den 4. Platz wieder. Danach schwand der erste Hype etwas, zwischen dem 9. und 24. März stabilisierte sich Island schließlich auf dem 7. Platz. Seit dem 25. März bewegt man sich zwischen dem 5. und 6. Platz hin und her. Die derzeitige Winningchance liegt wie bei Italien bei 6%.


Interessantes unter den besten 20

Schweden, die naturgemäß immer weit oben in den Wettquoten zu finden sind - bevor alle Beiträge feststehen - verabschiedete sich, trotz sicher sehr Juryfreundlichem Beitrag, langsam von den vordersten Rängen und findet sich seit dem 5.4. auf Platz 6 wieder (bis 7.3. Platz 2, 8-21.3. Platz 3, 22.3.-2.4. Platz 4, 3.-4.4. Platz 5). Wird es noch weiter abwärts gehen?

Zypern schaffte nach der Veröffentlichung von "Replay" einen soliden 4. Platz, stabilierte sich dann seit dem 9. März zwischen dem 6 und 8. Rang - momentan Platz 7 mit einer Winningchance bei 4 %, genau wie Griechenland und Malta auf den Plätzen 8 und 9, wobei gerade Malta seit Veröffentlichung sich vom 18. auf den 9. Platz hervorkämpfte. Die besten 10 werden von Norwegen abgeschlossen, deren bisheriger Höchstplatz 6 derzeit unerreichbar scheint. Man darf abwarten, ob sich das mit dem kürzlich veröffentlichten Musikvideo und dem Auftritt heute abend ändern kann.

Seit dem 19. März hält sich Portugal standhaft auf den 11. Platz - von den einen geliebt, von vielen anderen unverstanden, ist dieser Beitrag sicher mit dem Beitrag aus Slowenien (Platz 12) am spannensten zu beobachten, der sich konstant und langsam seit dem 38. Platz am 11.2. immer weiter nach vorne geschoben hat. Den anderen Weg geht derzeit Frankreich, die im Januar noch auf dem 3. Platz gewettet wurden, nun aber darum kämpfen sich auf dem 13. Platz zu halten. Die Auskunft auf einen Revamp von "Roi", den es erst in Tel Aviv zu hören geben wird und einer komplett neuen und spektakulären Bühnenshow trug da bisher noch keine Früchte, die kurzfristige Absage für Amsterdam heute Abend schlägt sich aber ebenfalls noch nicht nieder.

Während sich Aserbaidschan seit der Veröffentlichung des Beitrages "Truth" von Chingiz recht konstant bei Platz 14 hält, lässt Armenien, deren Veröffentlichung zu einem 8. Platz kurzzeitig beflügelte, nun doch wieder Federn und findet sich auf dem 15. Platz wieder. Australien hatte nach dem Gewinn von Kate Miller-Heidkes "Zero Gravity" mit einem recht großen Fan-Shitstorm zu kämpfen (die Beiträge von Sheppard und vor allem von Electric Fields schienen weitaus beliebter bei den Fans), auch in den Wettquoten stürzte Australien innerhalb einer Woche von Platz 3 auf Platz 20. Seit dem 14. März erholt sich Asutralien allerdings wieder ein bisschen und findet sich nun seit 2 Tagen immerhin schon auf dem 16. Rang wieder. Auch hier darf man sehr gespannt sein, wie ihr Liveauftritt heute in Amsterdam aufgenommen wird.

Dänemark hält sich recht stabil auf dem 17. Rang, während Belgien sich nun auf dem 18. Rang gefangen hat, nachdem es nach der Veröffentlichung von Platz 5 abstürzte. Zu hoch waren wohl die Erwartungen. Tschechien, die letztes Jahr zum ersten mal die Top 10 beim ESC erreichten, fanden sich nach Veröffentlichung ihres Beitrages auf dem 32. Rang wieder. Seitdem geht es aber konstant und langsam aufwärts - momentan erreichte "A fried of a friend" schon die besten 20 auf Platz 19. Die besten 20 werden abgeschlossen von Nord Mazedonien, die nach Veröffentlichung von Platz 35 auf 21 aufstieg, sich nun dort aber erfolgreich halten kann.

 

Die hinteren Plätze - wer wird das diesjährige "Dark Horse"?

Spanien kommt trotz dem fröhlichen und sympathischen Partyhit "La Venda" nicht so recht von der Stelle und bewegt sich trotz Revamp und neuem Video zwischen Platz 15 und 26. Auch er ist in Amsterdam auf der Bühne und wird den Fans sicher ordentlich einheizen.

Kaum von der Stelle bewegt sich United Kingdom, die sich seit dem 22. März fast immer auf Platz 22 wiederfinden.

 

Und dann ist da ja auch noch Deutschland. Im Vorfeld der Vorentscheidung wurde Deutschland bei Platz 18 gehandelt, doch mit der Veröffentlichung der Beiträge wendete sich das Blatt und Deutschland schoss bis auf Platz 5. Doch es gewann nicht einer der für die Fans interessanten Beiträge (Lilly among Clouds und vor allem Aly Ryan wurde hier sehr euphorisch aufgenommen) und so stürzte Deutschland innerhalb kürzester Zeit bis auf Platz 27 ab. Derzeit scheint sich "Sister" auf Platz 23 zu stabilisieren, mal schauen ob und in welche Richtung das nach dem Liveauftritt noch geht.


Dahinter stabil Estland und Finnland, denen nach Bekanntgabe ihres Interpreten die 3. beste Möglihckeit auf den Sieg zugetraut wurde, nach Veröffentlichung der Beiträge des DJ Durade ging es allerdings steil bergab.

Israel tauchte nie unter den besten 10 auf, konnte aber direkt nach der Veröffentlichung von "Home" immerhin einen 16. Platz erreichen. Nun geht es aber langsam immer weiter abwärts. Ganz im Gegensatz zu Albanien, die wie jedes Jahr den ersten Beitrag zum ESC veröffentlichen. Das ethnische Lied von Jonida Maliqi, das lange Zeit auf dem letzten Platz gewettet wurde, steigt nach und nach immer weiter nach oben. Hilfe scheint da der Revamp und das veröffentlichte Musikvideo gewesen zu sein, bleibt abzuwarten ob der Weg auch nach dem heutigen Liveauftritt weiter nach oben geht. Die Kurve von Irland geht langsam immer weiter abwärts, während sich Ungarn auf kleinem Niveau weiter erholt und ein paar Plätze aufsteigt. Einen ähnlichen Abstieg wie Australien und Deutschland muss auch Rumänien verkraften. Im Vorfeld nach auf Platz 3-4 gehandelt, fallen nach dem Gewinn von Ester Peony die Rumänen auf Platz 30 zurück. Auch Polens Kurve zeigt nach und nach immer weiter nach unten. Dahinter nichts unerwartetes und kaum Bewegung - Österreich, Serbien, Litauen, Kroatien, Weissrussland sind recht stabil, San Marino steigt ein paar Plätze in der Gunst, Moldau, Lettland, Georgien und Montenegro bilden das Schlusslicht.

 

Mögen die Spiele (Liveauftritte) beginnen und nochmal alles ordentlich durcheinander werfen.