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AUSTRALIEN - Finale

Drei mal hintereinander in den Top 10, davon sogar einmal fast gewonnen:

Der berechtigte Absturz auf Platz 20 im letzten Jahr scheint die Australier schwer getroffen zu haben. Und ohne Jurys wäre es sogar noch schlimmer gekommen.

 

Also was tun? Aufstehen - Krone richten - weitermachen.

Und wie sie das tun: Denn der australische Sender hat sich dazu entschlossen in diesem Jahr von der internen Nominierung abzuweichen und einen Vorentscheid nach Vorbild des ESCs zu veranstalten. Zehn Teilnehmer werden bei der Liveshow  "Australia Decides" am 9. Februar antreten um das begehrte Ticket nach Tel Aviv zu ergattern. Einen Tag zuvor wird bereits eine Jury in einer Juryshow werten. Der Gewinner wird dann genau wie beim Eurovision Song Contest aus 50 % Jury- und 50% Televoting ermittelt.

 

Bei der Auswahl der Teilnehmer wurde ebenfalls nicht gekleckert:

1. Ella Hooper

"Data Dust"

Die 36-jährige Ella Hopper ist eine australische Rocksängerin/Songschreiberin, Radiomoderatorin und TV-Persönlichkeit.

Mit ihrem Bruder Jesse Hooper gründete Sie die Band Killing Heidi mit der sie um die Jahrtausendwende auch einige Hits in den australischen Charts hatte - darunter auch der Nr. 1 Hit "Mascara".

Nun möchte Sie Australien mit ihrem rockigen "Data Dust" in Tel-Aviv vertreten.

Die 12-Jury vergibt: 4/10 Punkte (Studioversion)



2. Electric Fields

"2000 and Whatever"

Das Duo Electric Fields aus Adelaide verbindet lebendige traditionelle indigene Musik mit elektronischen Popklängen. Der charismatische Sänger Zaachariaha Fielding hat nicht nur eine ungewöhnliche und eindringliche Stimme, er singt zudem in "2000 and whatever" Passagen in der Sprache der Anangu, dem Pitjantjatjara. Der andere Teil des Duos ist Komponist und Produzent Michael Ross.

Die Australier gewannen nach erscheinen ihrer Debüt-EP mehrere Musikpreise - 2017 wurden sie unter anderem für ihre Live-Performance ausgezeichnet. 

"2000 and whatever" ist tatsächlich nun ihre erste richtige Single - ein Song wie es ihn beim ESC wohl so noch nie gab.

Die 12-Jury vergibt: 9/10 Punkte (Studioversion)



3. Mark Vincent

"This is not the Ende"

Der erst 25-jährige Mark Vincent aus New South Wales ist ein australischer Tenor und gewann 2009 die dritte Staffel von Austalia's Got Talent. Seitdem veröffentlichte der stimmgewaltige Mark schon 7 Studioalben und eine "Best-Of", die regelmäßig mindestens in die Top 20 der australischen Charts gelangten, teilweise ausgezeichnet mit Gold und Platin.

"This is not the End" ist eine klassisch aufgebaute Ballade, die aber sicher aufgrund der außergewöhnlichen Stimme des jungen Tenors für Gänsehaut sorgen wird.

Die 12-Jury vergibt: 5,7/10 Punkte (Studioversion)



4. Aydan

"Dust"

Der 18-jährige Aydan ist ebenfalls aus The Voice of Australia bekannt: Im letzten Jahr konnte er dort einen der begehrten Finalplätze ergattern. Der Hype um den ehemaligen Kinderstar dürfte also noch ganz frisch sein. 

Sein Titel "Dust" ist eine moderne, radiotaugliche Ballade. 

Die 12-Jury vergibt: 5/10 Punkte (Studioversion)



5. Courtney Act

"Fight for Love"

Angefangen im "Australian Idol" erlangte Courtney Act besonders durch die sechste Staffel von "RuPauls Drag Race" Bekanntheit. In der Show schaffte Sie es sogar auf den 2. Platz und war fortan auf keiner Drag-Bühne mehr wegzudenken.  

Nach einer großen Tour durch Amerika nahm Courtney im letzten Jahr an der britischen Realityshow "Celebrity Big Brother" teil und gewann diese schließlich.

Nun soll also mit "Fight for Love" der Schritt zum ESC folgen, bevor Sie im nächsten Jahr eine eigene Late Night Show auf Channel 4 bekommt. 

Die 12-Jury vergibt: 4,7/10 Punkte (Studioversion)



6. Leea Nanos

"Set me free"

Leea Nanos ist erst 16 Jahre alt, veröffentlicht aber schon seit 2014 Musik.

Sie bekam eine "Wildcard" für den australischen Vorentscheid und wurde direkt vom australischen Head of Delegation Paul Clarke ausgesucht.

Ihr Titel "Set me free" ist ein moderner midtempo Synthie-Popsong mit treibendem Beat und eingängigem Refrain, der für eine Überraschung sorgen könnte. 

Die 12-Jury vergibt: 7,7/10 Punkte (Studioversion)



7. Sheppard

"On my way"

Sheppard ist eine australische Popband, die auch uns in Europa wohlbekannt ist.

Ihr Bandname leitet sich vom Familienname dreier Mitglieder ab: Schon 2009 machten George und Amy Sheppard ihre ersten Aufnahmen. Mit ihrer Schwester und drei weiteren Musikern komplettierten sie die Band bevor sie 2012 ihre erste EP veröffentlichten. Die EP "Sheppard" benötigte ein Jahr um in die australischen Charts zu gelangen und erreichte schließlich Platz 27. Die Debütsingle "Geronimo" wurde schließlich innerhalb von 3 Wochen zum Nummer 1-Hit und hielt sich fast ein Jahr in den heimischen Charts. Auch in Europa gelangte damit der Durchbruch. 2018 veröffentlichte die Band ihr zweites Album "Watching the Sky" das es auf Platz 1 der australischen Charts schaffte.

Nun wollen Sheppard mit dem hymnischen Gute-Laune-Popsong "On My Way" nach den Eurovision-Sternen greifen und gehen nach Meinung der ESC-Fans als Favorit ins Rennen.

Die 12-Jury vergibt: 7,8/10 Punkte (Studioversion)



Alfie Arcuri kennt ihr nicht?

Müsst ihr auch nicht, dafür kennen ihn die Australier als Gewinner der 5. Staffel von The Voice of Australia (2016). Sein Debütalbum "Zenith" schaffte es bis auf Platz 5 der heimischen Charts. Zudem sollte man den seit 2013 offen schwul lebenden Alfie auch aus emotionalen Gründen nicht unterschätzen: "I'm just lost, can't find my way home. I'm just gonna stand on the edge and feel what it's like to fall. ... How could I do this to myself it was wrong! I can't blame nobody else, how could i do this to myself" - das könnte so einigen direkt aus dem Herzen sprechen.

Die 12-Jury vergibt: 6/10 Punkte (Studioversion)



9. Kate Miller-Heidke

"Zero Gravity"

Kate Miller-Heidke aus Brisbane hat klassischen Gesang studiert und ihr Studium mit dem Master Grad als Master of Music abgeschlossen. Anschließend begann sie ihre Karriere als klassische Sängerin im Stimmfach Sopran. Nebenbei sang Sie auch in der Popband "Elsewhere", als die auseinanderging machte sie als Solosängerin weiter und veröffentlichte 2007 ihr erstes Album, das bis auf Platz 11 der australischen Charts kam. Ihre folgenden Alben erreichten allesamt die Top 5 und wurden mit Platin ausgezeichnet, ihr Lied "The Last Day on Earth" erreichte 2009 sogar Doppelplatin.

In ihrem Song "Zero Gravity" zeigt Kate ihre stimmliche Bandbreite und schafft einen schrägen, dynamischen und treibenden Song der auf jeden Fall auffallen wird.

Die 12-Jury vergibt: 6,3/10 Punkte (Studioversion)



10. Tania Doko

"Piece of me"

Mit dem Musiker James Roche gründete Tania Doko das Popduo Bachelor Girl, das 1998 gleich mit ihrer Debütsingle "Buses and Trains" in den australischen und neuseeländischen Top 10 landete. Auch in Schweden und im vereinigtem Königreich erreichte das Duo damit die Charts. Das Album "Waiting for the Day" erreichte schließlich Platin in Australien. Die dritte Single "Lucky me" erreichte neben den australischen und neuseeländischen Charts auch die finnischen Charts. 2011 zog Tania Doko schließlich nach Stockholm und schrieb schon Hits für The Veronicas, Mans Zelmerlöw, Tina Arena, Taylor Wayne und Jessica Mauboy. Nun versucht sie es schließlich selber zum ESC mit der Popnummer "Piece of me".

Die 12-Jury vergibt: 4,7/10 Punkte (Studioversion)


Wie findet ihr die Auswahl und Songs? Wen seht ihr als den großen Gewinner?

Glaubt ihr Australien wird damit wieder einen guten Platz im Eurovision Song Contest erreichen und weiterhin von den Jurys gut behandelt?

Wer gefällt dir im australischem Vorentscheid am besten?
Alfie Arcuri "To myself"
Aydan "Dust"
Courtney Act "Fight for Love"
Electric Fields "2000 and whatever"
Ella Hooper "Data Dust"
Kate Miller-Heidke "Zero Gravity"
Leea Nanos "Set me free"
Mark Vincent "This is not the End"
Sheppard "On My Way"
Tania Doko "Piece Of Me"