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PORTUGAL - Finale

PORTUGAL und der Eurovision Song Contest war lange nicht von großer Liebe geprägt.

Bis zur Einführung der Halbfinals schaffte es Portugal bei 37 Teilnehmen überhaupt nur 7 mal in die Top 10, die beste Platzierung war bis dahin ein 6. Platz 1996 von Lúcia Moniz. Und mit der Einführung der Halbfinals sollte es nicht unbedingt besser werden: 8 mal verpasste man das Finale, nur 3 mal schaffte Portugal den Einzug, verpasste aber dort immer die besten 10.

1996 entschied sich Portugal neu zu sortieren und setze aus um gestärkt wiederzukommen: Ihr Festival da Canção wurde neu ausgerichtet und schon 1997 wurde so das große Jahr der Portugiesen. Salvador Sobral begeisterte nicht nur Portugal, er eroberte mit seiner zeitlosen und ungewöhnlichen Ballade "Amar pelos dois" Europa im Sturm und erhielt soviele Punkte wo noch niemand zuvor. Der Sieg machte ihn anschließend zum Helden Portugals und bestärkte den Sender RTP fortan ungewöhnliche, qualitativ hochwertige und oft nicht leicht zugängliche Musik in ihrem Festival aufzuführen. Anders als in anderen Vorentscheidungen, lädt RTP nun direkt Komponisten ein, die ein neues Lied für das Festival schreiben sollen. Dabei steht den Komponisten ebenfalls frei, welcher Künstler das Lied singen soll.

Für 2019 lud RTP insgesamt 14 Komponisten ein. Die anderen zwei Plätze wurden durch die Öffentlichkeit bestimmt. Dafür konnte sich jeder portugiesischer Staatsbürger auf der Internetseite von RTP bewerben.

 

Letztes Jahr war Portugal als Ausrichter automatisch für das Finale gesetzt, konnte aber keine hohe Punkteausbeute erreichen und landete schließlich auf dem letzten Platz.

 

Und trotzdem lässt der Sender sich davon nicht beeinflussen und hat in diesem Jahr wohl den musikalisch interessantesten Vorentscheid auf die Beine gestellt. Sicher nicht der Geschmack aller, aber sicher einer bei dem man sich als Zuhörer Zeit und Ruhe lassen sollte, um das Besondere der Beiträge erfassen zu können.

 

Das Festival wird wieder in 2 Vorrunden durchgeführt - im 1. Halbfinale am 16. Februar treffen wir auf folgende Beiträge (in Startreihenfolge):

1. Ana Cláudia

"Inércia"

(Trägheit)

2. João Campos 

"É O Que É"

(Es ist was es ist)

3. Soraia Tavares

"O Meu Sonho"

(Mein Traum)

4. Calema

"A dois"

(Zu zweit)


5. Conan Osíris

"Telemóveis"

(Mobiltelefon)

6. Ela Limão

"Mais Brilhante Que Mil Sóis"

(Heller als tausend Sonnen)

7. Filipe Kei

"Hoje"

(Heute)

8. Matay

"Perfeito"

(Perfekt)


Während alle Beiträge im offiziellen Youtubekanal des Senders vor dem 1. Halbfinale je bis zu 150.000 Aufrufe verzeichnen, stachen besonders 2 Beiträge heraus, die auch gleich im 1. Halbfinale aufeinander trafen: Die besonders bei jungen Portugiesen bekannten Calema konnten 665 Tausend Aufrufe erlangen, Conan Osíris begeistert allerdings schon über 1,5 Millionen Aufrufen und durfte mit seinem ungewöhnlichen Song zum großen Favoriten gezählt werden.

 

Da wunderte es auch nicht, dass Conan das Televoting gewan - die Jurys hatte allerdings nur 7 Punkte für ihn und somit zieht er "nur" als Zweitplatzierte in das Finale ein. Der große Gewinner des 1. Halbfinales ist der stimmgewaltige Matay, der das Juryvoting gewinnen konnte und im Televoting den 2. Platz, noch vor Calema erreichte. Calema schaffen es ebenfalls wie auch Ana Cláudia ins Finale.

 

 

Im 2. Halbfinale am 16. Februar treffen wir auf folgende Beiträge (in Startreihenfolge):

1. Lara Laquiz

"O Lugar"

(Der Platz)

2. Dan Riverman

"Lava"

(Lava)

3. Mariana Bragada

"Mar Doce"

(Süße See)

4. João Couto

"O jantar"

(Das Abendessen)


5. Madrepaz

"Mundo A Mudar"

(Eine Welt verändert sich)

6. Surma

"Pugna"

(Kampf)

7. Mila Dores

"Debaixo Do Luar"

(Unter dem Mondlicht)

8. NBC

"Igual A Ti"

(Wie Du)


Aus diesem Halbfinale schaffte es der Favorit NBC ungefährdet ins Finale (1. Platz im Televoting, 2. Platz bei den Jurys). Der sehr künstlerische Juryfavorit Surma schaffte es trotz eines 5. Platz im Televoting ebenso ungefährdet ins Finale. Dahinter gelangen auch Madrepaz (2. im Televoting, 5. bei den Jurys) eine Runde weiter. Um den letzten Platz im Finale wurde es aber noch spannend - Dan Riverman und Mariana Bragada erhielten die gleiche Punktzahl. Schlussendlich wurde hier aber die Jurywertung als Gewichtiger eingestuft, weshalb wir Mariana Bragada noch einmal im Finale wiedersehen werden.

Was glaubt ihr, wer wird der portugiesische Vertreter in Tel Aviv?

Gefällt Euch der ungewöhnliche musikalische Mix, der sich so gar nicht an kommerziell erfolgreicher Musik orientieren will?

 


Das Finale

Am Samstag, 2. März findet nun das Finale vom Festival da Cancan statt. Die letzten Teilnehmer sind gefunden und auch wenn sich das allgemeine Publikum festgelegt zu haben scheint, kann die Jury da noch einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen und einen überlegenden Sieg von Conan Osíris verhindern. Der Sender scheint sich aber durchaus mit Conan anfreunden zu können, so geben Sie ihm den besten Startplatz 7 und rücken den Mitfavoriten Matay an Startplatz 3 weit von Conan ab.

 

Es wird spannend, auf dem Papier allerdings sieht es gut aus, sofern man den ungewöhnlichen Beitrag von Conan Osíris wertschätzt. 

 

1. Calema

"A dois"

(Zu zweit)

2. Mariana Bragada

"Mar Doce"

(Süße See)

3. Matay

"Perfeito"

(Perfekt)

4. Surma

"Pugna"

(Kampf)


5. NBC

"Igual A Ti"

(Wie Du)

6. Madrepaz

"Mundo A Mudar"

(Eine Welt verändert sich)

7. Conan Osíris

"Telemóveis"

(Mobiltelefon)

8. Ana Cláudia

"Inércia"

(Trägheit)